Statement zu einem tragischen Kletterunfall von Walter Britschgi
Aus Unfällen und Missgeschicken zu lernen ist keine leichte Angelegenheit. Oft sind die Betroffenen von Selbstvorwürfen geplagt oder gar mit dem zwanghaften Gedanken
belastet „Es hätte nie passieren dürfen“.
Wie die Erfahrung zeigt, ist es sogar für Experten sehr schwierig aus einem Unfall die passenden Schlussfolgerungen zu ziehen um daraus entsprechende prophylaktische
Massnahmen abzuleiten. Trotzdem ist es wichtig, dass sich Drittpersonen der Sache annehmen und die Ergebnisse bekanntgeben. Das ist aber nur möglich, wenn eine wertfreie Beurteilung
angestrebt und auch als solche verstanden wird.
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Wir Menschen sind in manchen Tätigkeiten einfach etwas ungeschickt. Nicht nur
beim Jonglieren, Nagel einschlagen oder Kuchen backen, sondern auch beim
Kommunizieren.
Wie wir alle wissen, wird ein Kompliment von jedermann leicht angenommen, sogar
dann, wenn wir etwas übertreiben. Hingegen auf Fehler hinzuweisen ist da schon
bedeutend schwieriger. Die Reaktion eines Gegenübers hat uns auch schon öfters
auf eine harte Probe gestellt, denn entweder wurden wir als unsicher oder gar als
oberlehrhaft oder so ähnlich abgestempelt. Jedenfalls tun wir uns schwer, sowohl
beim Rückmelden, als auch bei der Annahme einer Kritik.
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In der Fachzeitschrift bergundsteigen 4/07 wurden fünf Kletterunfälle erläutert, die aufgrund schwerwiegender Folgen einem zivil- und strafrechtlichen Verfahren unterzogen wurden. Diese Unfälle ereigneten sich zufälligerweise in einem kurzen Zeitraum und in zwei verschiedenen Kletterhallen in Innsbruck. Die Ursache der Ereignisse war in allen fünf Fällen ein unbewusster Fehler in der handwerklichen Ausführung während der Bedienung des Seils und des Sicherungsgeräts (Quelle: Ein nachträgliches Gespräch mit dem Gutachter). Doch die Gerichtsvollzieher sahen das anders, verständlicherweise beeinflusst von den entsprechenden Gutachten, welche aufgrund des damaligen Wissens zustande kamen.
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